Lausanner Verhaltensregeln

I. Sinn und Zweck

Immer wieder ruft der Herr sein Volk dazu auf,  finanzielle Mittel für den Dienst bereitzustellen, den Gläubige an einem anderen Ort ausüben (Lukas 8,1-3, Phil. 4,15-16).  In der Bibel lesen wir von der frühen Gemeinde, dass diese Verknüpfungen im Leib Christi notwendig sind, doch sie warnt uns auch, dass der Besitz und die Weitergabe von Reichtum das Risiko von Missverständnissen und Sünde in sich tragen (Apg. 5,1-11; 6,1-7). Diese Verhaltensregeln sind Richtlinien für einen Dialog, der uns dazu führt, miteinander eine Verbindung einzugehen und Gottes Werke auf seine Art zu tun. Sie sind dazu bestimmt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit wir:

  • Einander als Mitverwalter der Gaben respektieren, die jedem von uns gegeben sind als Zeichen des kommenden Reiches Gottes (Römer 12,3.10).
  • Die von Gott gegebenen kulturellen Unterschiede annehmen und ehren, in ihnen Kraft finden als gegenseitig abhängige Glieder des Leibes Christi, und uns zusammen von Gott abhängig machen (Eph. 2,19-22).
  • Glaubwürdig und erfolgreich kommunizieren und zusammen die Vision des Herrn für unsere gemeinsame Aufgabe entdecken (Jak. 3,17-18).
  • Voneinander lernen und in der Flexibilität, Reife und Einheit in Christus  wachsen, während wir gemeinsam auf ihn hören und sehen, wie er unsere Partnerschaft beflügelt (1. Kor. 12,18-21).
  • Lernen, Gott und einander zu vertrauen, gleichzeitig Gott und uns gegenseitig Rechenschaft ablegen, und uns bemühen zu verstehen, was Vertrauen und Verantwortung innerhalb unserer unterschiedlichen kulturellen Umfelder bedeuten (2. Kor. 5,9-11).
  • Wenn wir diese Dinge einhalten, besonders dort, wo es kulturelle und materielle Unterschiede gibt, können wir hoffen, die transformierende, vereinigende Kraft des Heiligen Geistes sichtbar zu machen und durch unser Leben und unser Wirken Gottes Namen unter den Nationen zu verherrlichen (1. Pet. 2,9-12).

II. Die Anwendung der Verhaltensregeln

Die Verhaltensregeln wurden entwickelt, damit sie von gesegneten Verwaltern beim Aufbau von Partnerschaften angewendet werden können, die Finanzierungen beinhalten. Die Verhaltensregeln beschreiben einen gesunden Prozess des gegenseitigen Entdeckens, der zu einer vertieften Mitwirkung in der Liebe und in der Mission Christi führen kann, besonders in interkulturellen Beziehungen.

  • In vielen Kulturen fängt eine gesunde Beziehung mit Freundschaft und Gemeinschaft an, nicht mit einer förmlich geführten Diskussion über Geschäfte. Bevor mit diesem Prozess begonnen wird, sollte man die Erwartungen beider Parteien hinsichtlich des Kennenlernens berücksichtigen.
  • Jeder Partner sollte die Verhaltensregeln prüfen und sich Themen notieren, die für ihn besonders wichtig sind sowie alles, was Fragen oder Zweifel aufwirft.
  • Danach sollten die Partner ihre ersten Gedanken über die Verhaltensregeln vergleichen. Falls notwendig, können einige Verhaltensregeln eingehend diskutiert  werden oder im Partnerschaftsabkommen hervorgehoben werden.
  • Die „Definitionen unterschiedlichen Verständnisses” („Definitions Seen Differently”) sollten besonders eingehend diskutiert werden [Hyperlink wird eingefügt], wobei man Beispiele aus eigener Erfahrung einbringen sowie versuchen sollte zu verstehen, was der andere meint, wenn er sagt, er sei mit diesen Verhaltensregeln einverstanden.
  • Auch wenn es Zeit kostet, sollten die Verhaltensregeln Punkt für Punkt durchgegangen werden, damit unterschiedliches Verständnis vermieden werden kann.
  • Im Laufe der Zusammenarbeit stellt man oft fest, dass der Partner Erwartungen hat, deren man sich nicht bewusst war. Deshalb sollten einige der Verhaltensregeln vielleicht später nochmals diskutiert werden.

Bei jedem der oben erwähnten acht Schritte sollten die Partner das Ziel des Vertrauensaufbaus und der gegenseitigen Rechenschaftspflicht nicht aus den Augen verlieren.

III. Erklärungen

1. Respekt and Befähigungen 

WIR BESTÄTIGEN, dass wir gleichwertig sind in Christus. Wir sind berufen, weise und gnädige Verwalter der Gaben Gottes zu sein, die er jedem von uns gegeben hat, und werden andere weder dominieren noch ignorieren. Wir sind bereit, Respekt zu gewähren, ihn zu verdienen, ihn zu schätzen und ihn anderen nicht vorzuenthalten oder ihn für uns selbst zu verlangen.

2. Kulturelle Unterschiede und gegenseitige Abhängigkeit 

WIR BESTÄTIGEN, dass wir einander brauchen, um unsere Berufungen zu erfüllen und unsere Zielsetzungen zu erreichen. Manchmal könnte es scheinen, als ob uns die kulturellen Unterschiede trennen, besonders wenn unsere Einstellungen gegenüber den Aufgaben und Zielen verschiedenartig sind. Doch wenn wir uns durch diese Unterschiede ganz bewusst mit Christus im Gebet hindurcharbeiten, kann uns das in eine gesunde gegenseitige Abhängigkeit versetzen und unser Verständnis über unseren Schöpfer bereichern.

3. Vision und Kommunikation

WIR BESTÄTIGEN, dass unsere von Gott gegebene Vision und Berufung lediglich ein Teil des größeren Plans Gottes ist. Er möchte, dass jeder von uns mit den anderen Teilen des Leibes Christi zusammenarbeitet und sie nicht dominiert, unterminiert oder manipuliert. Aus diesem Grund können wir frei und klar miteinander kommunizieren, ohne Halbwahrheiten oder Hintergedanken.

4. Lernen und Flexibilität

WIR BESTÄTIGEN, dass jeder Partner flexibel sein und die Einstellung eines Lernenden haben muss. Wir lernen nicht nur, Partner zu werden, um unsere Vision effizient umzusetzen, sondern wir lernen, um einander zu lieben und uns der Herrschaft Jesu Christi unterzuordnen.

5. Vertrauen und Rechenschaftspflicht

WIR BESTÄTIGEN, dass wir Christus gegenüber sowie untereinander rechenschaftspflichtig sind. Unter seiner Herrschaft pflegen wir unser Vertrauen und die gegenseitige Rechenschaftspflicht, welches untrennbare wesentliche Elemente unsere Beziehung sind.

IV. Vereinbarungen

Um diese Erklärungen in die Praxis umzusetzen, verpflichten wir uns zu Folgendem:

1. Respekt und Befähigungen

Gemeinsam verpflichten wir uns, die gegenseitigen von Gott gegebenen Berufungen, Ressourcen, Stärken und Einflüsse zu respektieren (1. Kor. 14,26–33).

1.1   Wir verpflichten uns, die Gaben und Fähigkeiten zu erörtern, von denen wir glauben, dass Gott möchte, dass wir sie in unseren gemeinsamen Einsatz einbinden, und Gott für die Stärke unserer Partner zu danken.

1.2   Wir verpflichten uns, Wege zu finden, um gegenseitigen Respekt aufzubauen und ihn beizubehalten. Wir wissen, dass dieser Prozess vielleicht die Hilfe eines Freundes verlangt, der mit beiden Kulturen vertraut ist.

1.2.1 Bei Missverständnissen suchen wir respektvoll Erklärungen voneinander. Wir vergeben einander schnell.

1.2.2 Wenn wir etwas kritisieren müssen, tun wir das freundlich und der jeweiligen Kultur entsprechend.

1.2.3 Wenn wir kritisiert werden, versuchen wir, darin die Weisheit des Herrn zu hören (Eph. 4,31–32).

1.3 Wir verpflichten uns, unsere Partner niemals zu missachten, indem wir versuchen, sie zu manipulieren, d.h. Druck auszuüben, um unseren Willen durchzusetzen oder sie irrezuführen.

1.3.1 Als Geldgeber zwingen wir unseren Partnern nicht unseren Themenplan auf und spielen auch nicht mit Hintergedanken.

1.3.2 Als Projektleiter halten wir uns fern von irgendwelchen Manipulationen wie das „Aufpolstern“ eines Budgets oder das Hochspielen des Erfolgs eines Projekts.

1.4 Wir stimmen überein, dass jeder von uns gleichermassen von Gott geführt werden kann und wir lehnen die Vorstellung ab, dass einer von uns in die Welt des anderen gehen und seine Aufgaben besser machen könnte (Mk. 10,42–43).

1.5 Wir versuchen, die Sensitivität unserer Partner zu verstehen, wenn es darum geht, respektlos behandelt zu werden, weil sie und ihre Freunde vielleicht noch an Verletzungen aus früheren Partnerschaften leiden.

1.6 Sollte der Respekt für einen Partner beeinträchtigt werden, stimmen wir überein, alles zu unternehmen, um das Problem zu lösen. Sollten unsere Bemühungen scheitern, werden wir von diesem Partner kein Geld mehr annehmen oder für seine Aktivitäten nicht mehr spenden, sondern stattdessen die Partnerschaft höflich beenden.

2. Kulturelle Unterschiede und gegenseitige Abhängigkeit

Wir vereinbaren, interkulturelle Partnerschaften anzustreben, die der Welt zeigen, wie Jesus Christus alle Menschen und Nationen vereint. Deshalb verpflichten wir uns, unsere eigenen kulturellen Voreingenommenheitenbewusster wahrzunehmen und den kulturellen Voreingenommenheiten unserer Partner mit Gebet, Geduld und ohne Vorurteile zu begegnen. Durch die Kraft des Heiligen Geistes wollen wir in eine gesunde Abhängigkeit von Jesus Christus hineinwachsen (Off. 7,9; Eph. 4,3–6).

2.1 Wir vereinbaren, darüber zu beraten, ob wir eine vertrauenswürdige Drittperson einladen, die unsere beiden Kulturen kennt, um unsere Beziehungen zu erleichtern (Spr. 11,14)

2.2 Wir vereinbaren, kulturelle Perspektiven und Organisationsstile zu besprechen, sobald wir bemerken sollten, dass sie unsere Arbeitsbeziehung negativ beeinflussen.

2.2.1 Wir lassen einander teilhaben an unseren Erfahrungen, die wir bei Partnerschaften, Erfolgen oder Niederlagen gemacht haben, denn wir glauben, dass dies eine der besten Möglichkeiten ist, um voneinander zu lernen.

2.3 Wir vereinbaren, zu versuchen, gemeinsam die negativen wie auch die erwünschten Auswirkungen vorauszuberechnen, bevor wir fremde Gelder in ein Projekt investieren.

2.3.1 Gemeinsam mit unseren Partnern untersuchen wir, wo und wie die Grenze gezogen werden soll zwischen gesunder und ungesunder gegenseitiger Abhängigkeit, wobei wir uns auf die derzeit beste verfügbare Erkenntnis von Gelehrten und Missionsfachleuten stützen.

2.4 Wir stimmen überein, dass das Auslegen und Anwenden dieser Verhaltensregeln einen demütigen, interkulturellen Dialog sowie entgegenkommende Verhandlungen erfordert, und nicht in ein Aufzwingen mündet aufgrund einer falschen Kulturvorstellung (Phil. 2,1–5).

2.5 Wir vereinbaren, in kürzeren Abständen überprüfen, ob unser Partner und wir selbst ausreichende Kenntnisse unserer gegenseitigen kulturellen Situationen haben, damit unsere Voraussetzungen der Realität entsprechen.

2.6 Wir vereinbaren, dass wir unseren Partner weder „besitzen“ noch unsere Beziehung eifersüchtig schützen müssen; deshalb fürchten wir andere nicht als Konkurrenten, sondern heißen sie als gleichberechtigte Diener des Herrn willkommen.

2.6.1 Wir betrachten andere Mitglieder des Leibes Christi niemals als Konkurrenten, denn das ist eine Form der Rebellion gegen das Haupt, unseren Herrn, der uns für seine Zwecke vereint (Kol. 1,15–20)

2.6.2 Wir entschuldigen keine Art von Eifersucht oder Habgier, nicht in uns selbst, noch übersehen wir sie in anderen; sie sind Gift für den Leib Christi und für das Leben eines Christen (Jak. 4,1–3)

3. Vision und Kommunikation

Wir erklären, dass wir uns um ein klares Verständnis bemühen, wie unsere gemeinsamen Aktivitäten sich in das Gesamtbild der Berufung unserer Partner einfügen. Wir stimmen überein, Kommunikationswege zu finden, mit denen wir unsere Vision bis zum Ende durchführen können.

3.1 Wir vereinbaren, dass wir unseren gemeinsamen Auftrag sorgfältig besprechen und Klarheit durch den Heiligen Geist suchen, um zu erkennen, zu was Gott uns gemeinsam berufen hat.

3.2 Wir erklären, dass wir auf eine freundliche, liebenswürdige Art kommunizieren und versuchen, die andere Person aufzubauen (Eph. 4,15–16).

3.2.1 Wir nehmen die Erwartungen unseres Partners ernst bei der Entscheidung, wie viel Zeit wir in unsere gemeinsame Kommunikation investieren und wie rasch wir darauf antworten sollen.

3.2.2 Wir werden immer versuchen, den Zusammenhang vorherzusehen, wie  eine Botschaft empfangen wird, damit wir unsere Partner nicht unabsichtlich verletzen.

3.2.3 Wenn wir mit anderen über unsere Partnerschaft sprechen, gewährleisten wir, dass die Sicherheit, der Ruf und der zukünftige Dienst unseres Partners geschützt sind.

3.3 Wir versprechen, unseren Partnern sorgfältig zuzuhören, Fragen zu stellen und zu verstehen suchen, was sie sagen und was sie andeuten. Wenn die Kommunikation unklar oder unzureichend ist, setzen wir das Beste voraus.

3.4 Wir erklären, dass wir weder unrealistische Versprechen noch ungenaue Aussagen machen werden, die unser Partner leicht als Zusagen auslegen kann, obwohl das nicht unsere Absicht ist.

3.4.1 Wir legen genau fest, zu was wir zustimmen und was wir vom anderen erwarten.

3.4.2 Wir formulieren unsere Verpflichtungen sorgfältig und vermeiden Aussagen wie: „Wir werden sehen, was wir tun können.”

3.5 Wir vereinbaren, nach anderen Erklärungen zu suchen, bevor wir unseren Partner beschuldigen, ein Versprechen gebrochen zu haben (Jak. 1,19–20)

3.6 Als Menschen mit einer Vision, die finanzielle Mittel erfordert, erklären wir, dass wir unsere Vision nicht aufgeben zugunsten einer anderen, die ein Geldgeber vorzieht.

3.7 Als Geldgeber erklären wir, Geld nicht dazu zu gebrauchen, um jemanden zu verleiten, mit unserer Vision und unseren Methoden einverstanden zu sein (oder es auch nur vorzutäuschen), wenn er oder sie nicht glaubt, dass der Herr ihn oder  sie erfolgreich in den lokalen Gegebenheiten einsetzen wird.

4. Lernen und Flexibilität

Wir stimmen überein, vom Herrn und voneinander zu lernen, unaufhörlich im Gebet auf ihn zu hören und in der Praxis flexibel zu bleiben, während er uns für seine Zwecke miteinander verbindet oder auf separaten Wegen führt (2. Kor. 4,5).

4.1 Wir erklären, dass wir jeden neuen Partner ernsthaft kennen lernen wollen und ihn nicht vorverurteilen aufgrund unserer Erfahrungen mit anderen.

4.2 Wir erklären, treu zu beten und gut miteinander zu kommunizieren, um ein Umfeld aufzubauen, in dem sich die Partner sicher genug fühlen, ihre Probleme offenzulegen, ihre Fehler zu bekennen und ihre Meinung zu äussern – immer mit Respekt und ohne Furcht (Jak. 5,16).

4.2.1 Wir fragen einander, was wir von Gott hören oder wahrnehmen.

4.2.2 Wir lernen von unserer Zusammenarbeit, indem wir über unsere Erfolge und unser Versagen sprechen. Wir suchen nach kulturell angemessenen Wegen, um die Ehre und Würde des anderen zu erhalten.

4.3 Wir erklären, in unserer Zusammenarbeit flexibel zu bleiben, denn Unnachgiebigkeit führt nicht zur Einheit in Jesus Christus und lässt auch keine Frucht des Geistes erkennen (Gal. 5,22–26).

4.3.1 Wenn ein Projekt oder eine Mittelbeschaffung einen Rückschlag erleidet, diskutieren wir dies offen und suchen nach Wegen, gemeinsam damit zurechtzukommen, mit dem Ziel, Gott Ehre zu bringen und unser gegenseitiges Vertrauen zu verbessern.

4.4 Wir versuchen, die kulturellen Vorlieben für direkte oder indirekte Kommunikation unseres Partners zu verstehen und uns ihm anzupassen.

4.4.1 Wir sprechen darüber, wie unsere Partner normalerweise mit heiklen Themen umgehen, wie z.B. Kritik äussern oder Kritik entgegenzunehmen. Wir anerkennen den Wert, eine vertrauenswürdige dritte Person beizuziehen, um Konflikte zu verhindern oder zu bewältigen.

4.5 Wir erklären, dass wir uns in unseren Handlungen durch eine Haltung von Mitgefühl, Güte, Demut, Freundlichkeit, Geduld und Liebe führen lassen und verstehen, dass unsere Partner diese Eigenschaften vielleicht anders ausdrücken, als wir erwarten (Kol. 3,12-14).

4.6 Wir erklären, unserem Partner staatliche Bestimmungen oder organisatorische Grundsätze, die strikte Einhaltung erfordern, verständlich zu machen.

5. Vertrauen und  Rechenschaftspflicht

Wir erklären, vertrauensvoll zu dienen und die Art von Rechenschaftspflicht auszuüben, die das gegenseitige Vertrauen stärkt und vertieft

5.1 Wir erklären, mehr zu tun als nötig, um in den Augen unserer Partner vertrauenswürdig zu erscheinen – was oft schwieriger ist, als in unseren eigenen Augen vertrauenswürdig zu erscheinen oder selbst in den Augen des Herrn (2. Kor. 8,21)

5.2 Wir erklären, einen von beiden Seiten akzeptablen Plan für unsere Aktivitäten zu erstellen. Wir wissen, dass manche Kulturen einen geschriebenen Plan ernster nehmen als einen mündlichen, bei anderen wiederum ist es das Gegenteil.

5.2.1 Wir stellen sicher, dass die Vision des lokalen Organisators für das Projekt für beide Partner klar und eindeutig ist.

5.2.2 Wir legen klare Ziele fest und sind uns immer bewusst, dass Gott die Vermehrung bringt.

5.2.3 Wir besprechen, wie lange es voraussichtlich dauern wird, bis die erwünschten Ergebnisse eines Projekts ersichtlich sind.

5.3 Wir erklären, den Maßnahmen des Arbeitsplans treu zu folgen und vor dem Arbeitsbeginn über die Umstände zu sprechen, die bewirken könnten, uns von dem Plan zu trennen.

5.3.1 Wir arbeiten so genau wie möglich nach dem vorgegebenen Projektplan, und besprechen jede eventuelle Veränderung mit unseren Partner, bevor wir sie vornehmen.

5.3.2 Als Geldgeber nehmen wir sofort mit unseren Partner Verbindung auf, wenn die Finanzierungskapazität oder die Zeitvorgabe sich verändert haben.

5.3.3 Als Geldgeber drücken wir unsere Bedenken offen und ehrlich aus, wenn es scheint, dass Geldmittel für unvorhergesehene Zwecke eingesetzt werden. Die Erklärungen unserer Partner nehmen wir respektvoll zur Kenntnis.

5.4 Wir erklären, dass wir einander grundlegend Rechenschaft ablegen nach dem Maßstab der Treue zum Herrn, zu seinem Wort und zur Partnerschaft. Wir sind rechenschaftspflichtig für unsere Verantwortlichkeiten gemäß unserem Plan, aber nicht für Ergebnisse, für die nur der Herr der Ernte zuständig ist (1. Kor. 3,6–8).

5.4.1 Wir sprechen mit einem reinen Herzen über den Fortschritt des Projekts sowie über Verbesserungen an den Messwerten und Zeitvorgaben im Projektplan. Wir werden niemals versuchen, einen Partner zu täuschen.

5.4.2 Wir werden nicht davon ausgehen, dass ein misslungenes oder ergebnisloses Projekt bedeutet, dass ein Partner ein Versprechen gebrochen hat. Es könnte andere Erklärungen geben, die außerhalb der Kontrolle unseres Partners liegen.

5.5 Wir erklären, einen beiderseitig akzeptablen Plan festzulegen über regelmäßige und angemessene Berichterstattung  der Tätigkeiten.

5.5.1 Gleich zu Beginn besprechen wir, wie die Unterschiede zwischen “planenden” Kulturen und “bewältigenden” Kulturen unsere Berichterstattung beeinflussen könnten. (S. „Definitionen unterschiedlichen Verständnisses”/„Definitions Seen Differently”  auf LausanneStandards.org).

5.5.2 Zum Beispiel diskutieren wir, wie streng oder wie locker wir Termine und nachfolgende Details des Projektplans einhalten wollen.

5.5.3 Wir besprechen, wie wir mögliche Konflikte in unseren Organisationsplänen und Terminkalendern und denen unserer Partner in Einklang bringen können.

5.5.4 Wir besprechen, wie wir Unstimmigkeiten betreffend Informationen, die die Geldgeber benötigen und Informationen, welche die Partner bereitstellen können, handhaben sollen.

V. Gelöbnis

Wir verpflichten uns, diese Absprachen und Erklärungen einzuhalten, geloben, dass wir uns von ihnen auf dem Weg der Integrität führen lassen, durch Erfahrungen demütig von ihnen lernen und in Liebe wachsen, wie Jesus es befohlen hat.  Folglich glauben wir, dass unsere Beziehung mit Gottes Gnade stark und gesund sein wird, unser Dienst Frucht bringen wird, unsere Vision vollendet und unser Gott geehrt wird.

VI. Gebet

Möge der Herr durch Gespräche und Beziehungen dieses Dokument mit Leben erfüllen. Möge sein Geist uns als Partner des Missionsauftrags vollkommener machen und uns immer mehr in sein Bild verwandeln (Kol. 1,27-28).

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